Beim
Feldfaustball ist die Spielfeldgröße auf 50 x 20 m festgelegt (25 x 20 m pro
Halbfeld). Beim Hallenfaustball sieht die Regel ein kürzeres Feld von 40 x 20 m
vor (20 x 20 m pro Halbfeld). Da dies der regulären Größe eines Handballfeldes
entspricht, werden für gewöhnlich die dafür vorhandenen Außenlinien genutzt.
Die Aufschlaglinie ist jeweils 3 m von der Mittellinie entfernt. Sie darf beim
Aufschlag nicht berührt werden. Die Linien gehören zum Feld, d. h. wenn
der Ball die Linie berührt, ist dies kein Fehler und es wird weitergespielt.
Die Leine oder
das Band ist zwischen zwei Pfosten gespannt. Die Oberkante befindet sich in 2 m
Höhe (Männer) bzw. 1,90 m (Frauen). Für die D-Jugend (bis 12 Jahre) beträgt die
Leinenhöhe 1,60 m, bei der C-Jugend (bis 14 Jahre) 1,80 m. Zum
Spielfeld gehört auch eine Auslaufzone, die im Freien eingezeichnet ist (8 m
nach hinten, 6 m an den Seiten), in der Halle jedoch durch die Wand bzw.
Tribünen begrenzt wird (Minimum: 1 m nach hinten und 0,5 m an den Seiten).
Die angegebenen
Feldabmessungen gelten für den Erwachsenenbereich, für den Jugendbereich gehen
sie aus dem Regelwerk hervor.
Ball
Der Faustball ist
hohl, luftgefüllt und besteht aus Leder. Er muss gleichmäßig rund und straff
aufgepumpt sein. Für das Spiel in der Halle und für verschiedene Witterungen im
Freifeld bietet der Handel Bälle mit unterschiedlichen Oberflächen an
(z. B. Naturleder, Kunststoffüberzug, gummierte Oberfläche).
Sein Gewicht kann
variieren zwischen 320 – 350 gr (Frauen) und 350 – 380 gr
(Männer). Sein Umfang muss 65 – 68 cm betragen, sein Luftdruck
zwischen 0,55 und 0,75 bar liegen. Er ist damit in etwa so hart wie ein
Wettkampffußball (0,6 – 0,7 bar) und etwas härter als ein Volleyball
(0,29 – 0,32 bar). Auch sein Umfang ist ähnlich dem eines Fußballs
bzw. Volleyballs.
Der Ball kann bei
einem satten Angriffsschlag 100 – 120 km/h erreichen. Die Pflege und
Präparation der Bälle kann beim Faustball von entscheidender Bedeutung sein. Je
nach Spieltaktik versucht ein Team, seine Bälle besonders schnell oder langsam
bzw. härter oder weicher im Rahmen der regeltechnischen Grenzen vorzubereiten.
Jede Mannschaft hat das Recht, eigene (regelkonforme) Bälle für ein Spiel zu
stellen. Das Recht, den Spielball auszuwählen, wird per Losentscheid vor dem
Spiel ermittelt und wechselt nach jedem Satz.
Auf
internationalen Meisterschaften werden heutzutage immer öfter einheitliche
Bälle vom Veranstalter gestellt, um die Chancengleichheit für alle Teams zu
gewährleisten.
Im Jugendbereich
kommen andere Balldimensionen (vor allem geringere Gewichte) zum Einsatz, siehe
dazu die Regelwerke.
Spieler - Aufstellung
Aufstellung im Feld (A) und in der Halle (B)
Im Gegensatz zum
Volleyball, wo die Spieler rotieren und nach jedem Aufschlagwechsel eine andere
Position einnehmen, hat im Faustball jeder Spieler seine feste Position. Sie
darf zwar im Spiel beliebig vertauscht werden, doch dies ist eher unüblich, da
meist jeder Spieler ein Spezialist auf seiner Position ist. Ein weiterer
Unterschied zum Volleyball ist der, dass das Faustball-Spielfeld viel größer
ist, eine Faustballmannschaft jedoch einen Spieler weniger hat als eine
Volleyballmannschaft, wodurch jeder einzelne Spieler viel mehr Raum abdecken
muss, um Bälle zu erlaufen. Allerdings darf der Ball zwischen jeder Berührung
eines Spielers einmal auf dem Boden aufspringen.
Abhängig vom
Untergrund (Halle oder Rasen, langsamer oder schneller Boden, z. B. bei Nässe)
ändert sich die Aufstellung. In der Abbildung sind zwei unterschiedliche
Aufstellungen zu erkennen:
Mannschaft A zeigt die typische Aufstellung in der Feldsaison (W-Form).
Der Zuspieler deckt das vordere Mittelfeld ab, um kurz gespielte Bälle direkt
hinter die Leine erlaufen zu können. Allerdings muss er dabei in Kauf nehmen,
dass er bei geradlinigen, harten Angriffsschlägen durch die Mitte nur eine
kurze Reaktionszeit zur Abwehr hat.
Mannschaft B zeigt die typische Hallenaufstellung (U-Form).
Da der Ball in der Halle eher berechenbar ist und somit kurze Angriffsbälle
nicht so effektiv sind, zieht sich der Zuspieler an die hintere Auslinie zur
Abwehr zurück. Allerdings hat er dabei das größte Laufpensum zu leisten, da er
immer wieder zum Zuspiel nach vorne laufen muss.
Auf internationalem
Niveau wird auch im Feld meist in der U-Form gespielt, da sie gegen harte
Angriffsbälle bessere Abwehrmöglichkeiten bietet, die Spieler jedoch genügend
Grundschnelligkeit besitzen, um kurz in die Mitte geschlagene Bälle noch
erlaufen zu können.
Eine seltene und
eher im Spitzenbereich vorkommende Aufstellungsvariante ist die V-Form, die vor
allem bei nassem Rasen angewendet wird. Hierbei steht der Zuspieler
(Mittelmann) hinter der Grundlinie und die beiden Abwehrspieler rücken schräg
zu einem V nach vorne. Da scharf geschlagene Angriffsbälle auf nassem Rasen
unkontrolliert flach wegrutschen, hat man in der V-Form die Möglichkeit, solche
Bälle direkt aus der Luft abzuwehren.
Eingewechselt
werden darf beliebig auf jede Spielposition, aber nur bei eigenem Aufschlag,
bei einer Auszeit, wobei jede Mannschaft pro Satz eine Auszeit von 30 Sekunden
in Anspruch nehmen kann, oder bei jeder Unterbrechung durch den Schiedsrichter.
Faustball-Erfolge des MTV Horst
Die Faustballabteilung hat z. Zt. ca. 40 aktive Mitglieder, 15 Frauen und 25 Männer. Sie nimmt mit mehreren Mannschaften am Punktspielbetrieb der Verbands-, Landes- und Bezirksligen teil.
Die 1. Frauenmannschaft des MTV Horst war seit Gründung der Verbandsliga der Frauen im Jahre 1979 über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren ein Garant für Spitzenfaustball in Schleswig-Holstein und wurde in den Jahren 1979, 1982 und 1990 Landesmeister. Heute treten die beiden Frauenmannschaften in der Bezirksliga Süd an, wobei die 1. Mannschaft in der Hallensaison 2000/2001 wieder in die Verbandsliga aufgestiegen ist.
Während der Faustballsport im MTV Horst durch Männer bereits lange betrieben wurde, war es Itta Möhrmann, die in den 60er Jahren die Frauen an den Faustball heranführte.
Bei den Männern war der größte Erfolg vergangener Jahre die Meisterschaft der Verbandsliga im Jahre 1981 und somit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga Nord. Heute tritt die 1. Männermannschaft in der Landesliga an, die 2. Mannschaft spielt erfolgreich in der Bezirksliga Süd und wurde in der Hallensaison 2000/2001 Bezirksligameister. Die 3. spielt in der Bezirksklasse West.
Am erfolgreichsten waren und sind die Seniorenmannschaften Frauen 30 und Männer 50. Ihre Erfolge verbuchte die Frauen 30 in den Jahren 1976 bis 1989, als sie regelmäßig Landesmeister wurde, Jahr für Jahr an den Regionalmeisterschaften Nord teilnahm und 1986 ihren größten Erfolg feiern konnte: den 4. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Hamm. Die Männer 50 sind auch heute noch Abonnements-Landesmeister, nordostdeutscher Vizemeister oder Meister und nehmen regelmäßig an den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Halle und Feld teil. Unvergessen ist die Deutsche Vizemeisterschaft 1992, als der MTV als Ausrichter sich mit hervorragenden Spielen ins Endspiel vorkämpfte, und die Abteilung in der Sporthalle Horst eine tolle Deutsche Meisterschaft ausrichtete.
Die Männer 60 wurden in der Hallensaison 2004/05 Deutscher Meister.
Sie gewannen das Endspiel gegen die TSG Stuttgart mit 19:13.